Ich
erhielt ein email von einem Herrn W.Sch. (ich möchte den Namen nicht
nennen):
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Original Message -----
From:
W Sch
To:
management@HelmutJenne.de
Sent:
Friday, June 30, 2006 11:05 AM
Subject:
Bruno
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Alle
bedauern Brunno! Was wäre wenn Bruno ein Kind angefallen hätte .
Würde man dann anderst denken ?
Ich
antwortete folgendes:
Hallo
Herr Sch.,
herzlichen
Dank für ihr email, wenn es auch nur eine Frage ist.
Darf ich Ihnen mit Fragen antworten ?
Haben
Sie Kinder ?
Sind Sie Autofahrer ? Was wäre wenn Sie ein Kind anfahren ?
Steht der Mensch in der Nahrungskette des Bären ?
Sind Bären Menschenfresser ?
Sollten Ihrer Meinung nach "eventuell böse" Menschen
vorsichtshalber erschossen werden,
trotzdem man den Menschen noch einfangen könnte ?
Sind Sie Jäger ?
Was ist mit den Millionen Kindern, die verhungern ?
Was
wäre wenn Bruno ein Kind angefallen hätte ?
Was wäre wenn ein Hund ein Kind angefallen hätte ?
Was wäre wenn ein Mensch ein Kind angefallen hätte ?
wildes
Tier gewesen sein könnte, aber Gott sei Dank war es nur ein Bär.
MfG
Helmut Jenne
Antwort des Herrn W.Sch.:
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Original Message -----
From:
W Sch
To:
Helmut
Jenne and friends
Sent:
Friday, June 30, 2006 3:33 PM
Subject:
Re: Bruno
Antwort
auf Ihr E-Mail
Ich
habe lediglich gefragt "was wäre ,wenn Bruno ein Kind angefallen hätte"
und habe nichts geschrieben von einen Menschenfressenden Bären.
zu
ihren 1. Frage. Haben sie Kinder "ja ich habe 4 " und 3
Enkel
2.
Ja ich bin Autofahrer und habe ein Kind unschuldig angefahren.
Frage
3.Atomkraftwerke brauchen wir,da sonst zuviel Atomstrom vom Ausland
gekauft wird und soviel Fahrräder zur Stromerzeugung haben wir nicht oder
brauchen Sie für Ihre Gesangsanlage keinen Strom.
Mit
Wasserkraftwerken wird zuviel Natur kaputt gemacht.
Zu
Frage 7 : Im Nürnberger Tierpark ist ein Kind von einen Bär getötet
worden.
Zur
Frage sind sie Jäger " NEIN " aber ein Naturfreund und für die
hungernden Kinder gebe ich Spenden " Spenden Sie auch
oder singen sie nur davon.
Über
die anderen Fragen mache ich mir des öfteren Gedanken u. würde diese
sehr gerne ausdiskutieren.
Ich
antwortete:
Hallo
Herr Sch.,
Sie haben
mir eigentlich zuerst nur eine Frage geschrieben, darum habe ich
Ihnen auch geschrieben, dass der Bär "in Ihren Augen v e r m u t
l i c h
ein kinderfressendes Tier ist", denn mit "ein Kind"
meinten Sie doch einen Menschen ?
Oder meinten Sie ein Schafkind ?
Wenn sich Ihre Frage nicht auf einen menschenfressenden Bären
bezieht, warum stellen Sie dann die Frage ?
Wollten Sie einfach nur wissen, wie ich so bin ?
Sind Sie auch der Meinung, dass ein
einzelner Bär für die Menschen nicht eine direkte Gefahr
darstellt, zumindest nicht gefährlicher oder berechenbarer ist als
Autofahren oder ein Atomkraftwerk ?
Mich würde interessieren, was
Sie selbst zu Ihrer Frage denken und auch warum Sie mir nur
diese Frage gestellt haben.
Meine Gegenfragen waren auch nicht dazu gedacht, dass Sie diese persönlich
beantworten sollten, sondern als allgemeine Fragen, die uns zum Nachdenken
anregen sollten. Durch meine Fragen wollte ich Sie auch nicht
"angreifen", sondern ich wollte damit Ihre Frage beantworten, so
wie ich ihre Frage verstehe.
Zu
Ihrer Frage:
Wenn der Bär ein Kind angefallen hätte, so wäre meiner Meinung
nach der Bär bestimmt eingefangen oder getötet worden, da das Risiko zu
groß wäre, dass sich das bei dem einen Bären wiederholt. Für das Kind/Opfer würde
es nichts ändern, ob der Bär es absichtlich oder aus versehen
oder unschuldig oder dadurch angefallen hat, ob er das Kind
braucht oder nicht, das Kind
hätte
seine Gesundheit oder gar sein Leben verloren, genauso wie bei einem
fahrlässigen oder unglücklichen Autounfall.
Was
denken Sie, hätte der Bär Bruno ein Kind angefallen ? und aus welchen
Beweggründen ?
Wie ist Ihre Meinung ?
Mich interessiert, was damals im Nürnberger Zoo
vorgefallen ist, können Sie mir dazu mehr
sagen ?
Ich
finde, um den Bären Bruno ist es schade.
Ich finde auch, dass man ihn zum Schluss noch einfangen hätte können,
falls er wirklich
so gefährlich war. Wie ist da Ihre Meinung ?
Sind Sie dafür, dass in Bayern wilde Bären leben ?
MfG
Helmut Jenne
Nachdem
ich von Herrn W.Sch. keine Antwort mehr erhielt, informierte ich mich beim
Nürnberger Zoo selbst
und teilte Herrn W.Sch. die Rückantwort mit:
Hallo
Herr Sch.,
ich
habe direkt beim Tierpark in Nürnberg nachgefragt und möchte Ihnen die
Rückantwort zumailen:
Frage:
"Hallo Tierfreunde ! Ich wohne in Schliersee, wo vor kurzem der Bär
JJ1 Bruno getötet wurde. Noch kurz vor seinem Tod habe ich ein Lied
komponiert mit dem Titel "rettet bruno", leider zu spät, das
Lied sende ich Ihnen im Anhang.
Ich
interessiere mich für den Vorfall, als in ihrem Tiergarten ein Kind
von
einem Bären getötet wurde. Bitte, wie und was ist damals vorgefallen ?
MfG
Helmut Jenne"
Antwort
des Tierparks:
Sehr
geehrter Herr Jenne,
zunächst
zur konkreten Frage: Bei uns wurde kein Kind von einem Bären angefriffen,
verletzt oder getötet! Vor etwa 10 Jahren sprang nachts ein Selbstmörder
zu den Löwen und wurde getötet. Selbiges geschah auch vor gut 50 Jahren.
Die
Diskussion um Bruno entbehrt leider von beiden Seiten den Willen zu einer
sachlichen Auseinandersetzung. Anstatt gemeinsam Kriterien festzulegen,
bei welchen Verhaltensmustern ein Bär abzuschießen ist, versteifen sich
die Parteien auf Extrempositionen. Das hilft keinem - am wenigsten den Bären!
Für
mich kam der Abschuß viel zu früh - akzeptiere jedoch bei Vorliegen
klarer, entsprechend schwerwiegender Vorfälle einen Abschuß. Die paar
Schafe rechtfertigen den Abschuß in meinen Augen nicht. Unsere
Gesellschaft muss erst wieder lernen mit Luchs (auch da gibt es noch
Probleme), Wolf (positive Entwicklung in der Lausitz) und Bär zu leben.
Entscheidend ist die Akzeptanz unter den Bürgern vor Ort (diejenigen, die
direkt mit den Tieren konfrontiert sind!), nicht die ideologischen Städter,
die gar nicht betroffen sind. Hier ist Aufklärung und Gewöhnung an neue
Strategien unumgänglich, aber das dauert. Leider kam der Bär viele Jahre
zu früh.
Dr.
H...
Absender:
H...de
-----Ursprüngliche
Nachricht-----
Von: W...
Gesendet: Sonntag, 2. Juli 2006 12:52
An: M...
Betreff: WG: "Was wäre wenn Bruno ein Kind angefallen hätte"
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Herr Sch., meinten Sie einen anderen Zoo ?
In
Rumänien wurde ein Jugendlicher von einem Bären angegriffen und in den
Arm gebissen in der Nähe von Kronstadt im Jahre 2004 .
In
Rumänien gibt es 5000 Bären, da der damalige Diktator Ceaucesku als
"großer Jäger" gelten wollte und die Bären in großer Anzahl
züchten und auswildern ließ !
Es
wurden auch wenige Menschen von Bären getötet, z.B. Rumänien,
Schweden.
Lesen Sie im Internet http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/278/78200/
oder suchen Sie nach "Rumänien Bär".
Auch
ich bin Naturliebhaber und gehe gerne zum Schwammerlsuchen oder
Fischen.
Als ich das erstemal von dem Bären in Bayern hörte, hatte ich zunächst
Angst, denn an Ausdauer, Geschwindigkeit, Kraft und Körpergröße ist mir
der Bär haushoch überlegen, und der erste Bär seit 170 Jahren, wer weis bei
uns darüber schon bescheid ?
Da verwunderts nicht, warum das Tier erschossen wurde.
Was
ist, wenn man im Wald unbewaffnet auf einen Bären trifft ? Übrigens kann
einem das jederzeit passieren.
Doch dann habe ich mich mit dem Thema Bär beschäftigt und dabei erst
gemerkt, wie "harmlos" ein Bär ist im Vergleich zu den
Gefahren, denen wir und auch unsere Kinder täglich ausgesetzt sind,
von uns Menschen gemachte Gefahren, und an die wir leider bereits schon
als Kinder gewöhnt wurden.
Auch aus
diesem Grund ist das Lied "rettet Bruno" entstanden.
MfG
Helmut Jenne
Bisher erhielt ich keine Rückantwort mehr von Herrn W.Sch. !